Übermäßiges Schwitzen

Hyperhidrosis axillaris ist charakterisiert durch mind. 6 Monate exzessives Schwitzen unter den Achseln ohne bekannte Ursache. Die plötzlichen Schweißausbrüche treten nicht nur in Stresssituationen, bei Aufregung oder körperlicher Anstrengung auf, sondern auch ohne ersichtlichen Grund. Sehr schnell werden die Schweißabsonderungen an der Kleidung sichtbar.

Wer unter übermäßigem Schwitzen in Form einer Hyperhidrosis Axillaris leidet, sollte unbedingt Hilfe und Rat bei einem Facharzt suchen, denn die moderne Medizin bietet Betroffenen einige Methoden und Möglichkeiten, um die Beschwerden zu bekämpfen.

Tipps bei starkem Schwitzen

  • Verzicht auf den Konsum von schweißanregenden Getränken, wie Kaffee und Alkohol aber auch auf Nikotin und scharfe Gewürze
  • Reinigung und Hautpflege: Regelmäßige Hygiene der Achselhöhlen.
  • Achselhaare entfernen, um Bakterienwachstum (Corynebacterium tenuis) zu hemmen
  • Auftragen eines Deodorants, Antiperspirantien (Pulver, Cremes, Salben und Lösungen) mehrmals tgl. zur Neutralisierung des unangenehmen Achselgeruchs.
  • Tragen möglichst weit geschnittener, atmungsaktiver, luftdurchlässiger Kleidung aus Naturfasern
  • Auch autogenes Training, Entspannungsübungen und regelmäßige, sportliche Aktivitäten unterstützen den Organismus dabei, axilläre Schweißausbrüche besser zu steuern.

Interne Therapie

Anticholinergika, inbes. Bornaprin (Sormodren Tbl.) können bei leichten bis mittelschweren Fällen versucht werden.

Alternativ Methantheliniumbromid (Vagantin)

Unterstützend zu externen Maßnahmen können Salbei-Interna verordnet werden

Die Medikamentöse Therapie kann einige Nebenwirkungen verursachen und sollte nicht ohne ärztlichen Rat genommen werden.

Chemische Denervierung mit Botulinumtoxin A

Eine innovative, risikoarme Behandlungsmöglichkeit der Hyperhidrosis Axillaris ist der therapeutische Einsatz des Muskel-Nervengiftes Botulinumtoxin A. Botulinumtoxin blockiert die Übertragung von Nervenimpulse auf die Schweißdrüsenzellen und unterbindet so die unerwünschte Schweißproduktion. Der Therapieerfolg wird nach 2-3 Wochen kontrolliert. Noch verbleibende hyperhidrotische Areale können ggf. nachinjiziert werden.
Nebenwirkung: Schmerzhaftigkeit der Injektionen.
Der Effekt lässt nach ca 6 bis zu 12 Monaten nach, so dass eine erneute Behandlung erforderlich wird. Oft werden die erforderlichen Injektionsintervalle im Laufe der Jahre immer länger.

Schweißdrüsenabsaugung

Bei konservativ nicht beherrschbarem axillärem Schwitzen ist ein operativer Eingriff angezeigt, mit dem Ziel, die Anzahl der Schweißdrüsen zu reduzieren. Bei diesem komplikationsarmen operativen Verfahren handelt es sich um eine Kombination von inverser, scharfer Kürettage der dermalen und subkutanen apokrinen Drüsenfelder und Liposuction.

Die Schweißdrüsenabsaugung ist ein ambulanter Eingriff unter örtlicher Betäubung (Tumeszensanästhesie). Es werden winzige Schnitte gesetzt, durch die, mit sehr dünnen Spezialkanülen, ein Großteil der Schweißdrüsen abgesaugt wird. Mit dieser Methode werden die Schweißdrüsen dauerhaft entfernt. Da meistens nicht alle Schweißdrüsen beim Absaugen erfasst werden können, ist eine minimale Schweißabsonderung bei sportlichen Betätigungen möglich. In der Regel können die Patienten nach der Operation nach 3-4 Stunden die Praxis verlassen und sind schon nach einigen Tagen Arbeitsfähig. Wundheilung dauert ca 10-12 Tagen